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Runder Tisch

Sexueller Kindesmissbrauch

 

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Herzlich willkommen beim

Runden Tisch

Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich

 

Foto von Prof. Dr. Annette Schavan, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Dr. Kristina Schröder (von links nach rechts)Gemeinsamer Vorsitz:
Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Annette Schavan, die Bundesministerin für Justiz, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Kristina Schröder
(v.l.n.r.)


 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Kinder stehen in unserem Land unter besonderem Schutz. Unser aller Aufgabe ist es, ihnen ein sicheres und geborgenes Aufwachsen zu ermöglichen. Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder vor Gewalt und Missbrauch in Einrichtungen geschützt sind.

Obwohl das Thema der sexualisierten Gewalt in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich nicht neu ist, ist der Umgang damit nach wie vor schwierig und oft von Vertuschen und Verdrängen geprägt. Dort, wo Kinder und Jugendliche vertrauensvoll in die Obhut von Einrichtungen gegeben werden, liegt eine besondere Verantwortung zum Schutz der Anvertrauten auf der Seite der öffentlichen und privaten Träger. Aufgrund schockierender Tatsachen, die in den vergangenen Wochen bekannt geworden sind, liegt der Schluss nahe, dass in einer Reihe von Einrichtungen dieser besonderen Verantwortung in der Vergangenheit nicht hinreichend Rechnung getragen wurde und es gravierende Missstände sowohl in der Prävention wie auch in der Aufklärung und Aufarbeitung von bekannt gewordenen Übergriffen gab.

Deswegen haben wir den Runden Tisch „Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich“ eingerichtet. Gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Runden Tisches wollen wir konkrete Antworten darauf finden, welche Hilfe und Unterstützung die Opfer benötigen, was nach Übergriffen zu tun ist und wie sie sich vermeiden lassen. Zum anderen soll der Runde Tisch sich mit den unterschiedlichen Fragen der rechtlichen Aufarbeitung der in der Vergangenheit aufgetretenen Missbrauchsfälle befassen.

In den vergangenen Tagen und Wochen haben wir in Vorbereitung des Runden Tisches zahlreiche Eingaben von Betroffenen erhalten. Die zumeist sehr detaillierten Schilderungen über das unendliche Leid, das sie erfahren haben, haben uns sehr bewegt und in unserem Vorhaben bestärkt.

Wir wissen, dass das Leid der Opfer nicht aufgewogen werden kann. Dennoch muss es hinreichend Anerkennung finden. Das bedeutet, dass, wo immer in Einrichtungen Übergriffe gegenüber Mädchen und Jungen geschehen, mit null Toleranz dagegen vorgegangen werden muss. Statt Scham oder falschverstandener Kollegialität muss es vollständige Aufklärung geben. Die Strukturen aufzubrechen, die das bisher verhindert haben, ist das vordringliche Anliegen des Runden Tisches. Wir schulden den Opfern außerdem die Prüfung, welche immateriellen und materiellen Hilfen durch die Verantwortungsträger empfohlen werden können.

Der Runde Tisch wird auch beraten, wie Kinder und Jugendliche in die Lage gebracht werden können, Missbrauch zu erkennen und auch klar zu benennen. Kinder müssen stark gemacht werden, damit sie sich trauen, über Vorfälle zu sprechen. Gleichzeitig müssen die Ansprechpartner und Anlaufstellen und damit Fachkräfte, Eltern und Erziehungsberechtigte sensibilisiert werden, damit auch nonverbale Signale richtig gedeutet werden. Dies ist eine Aufgabe, der wir uns deutschlandweit stellen müssen.

Der Runde Tisch wird dazu beitragen, einschlägige Forschung und Evaluationen zur sexuellen Gewalt sowie daraus resultierende Angebote weiterzuentwickeln. Das schließt die therapeutische Unterstützung pädosexuell orientierter Menschen ein.

Der Runde Tisch am 23. April 2010 war der Auftakt für konkrete Schritte, um Mädchen und Jungen besser vor sexualisierter Gewalt zu schützen.

Dr. Kristina Schröder

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

Prof. Dr. Annette Schavan